Offene Ganztagsschule

 

an den Grundschulen Bad Reichenhall Heilingbrunnerstraße und Karlstein

 

 

 

 

Pädagogisches Konzept nach dem Qualitätsrahmen für offene Ganztagsschulen

 

 

 

 

Kooperationspartner:

 

Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Berchtesgadener Land e. V.

 

Geschäftsstelle Wisbacher Straße 14, 83451 Piding

 

Tel.: 08651/3715, Fax: 08651/710638, Email awo-bgl@freenet.de

 

Vorsitzender Johann Schubert

 

Tel. 01605283991, Fax 03212/2883001, Email schubert.rhall@web.de

 

 

 

Pädagogisches Konzept OGTS

 

 

1. Einleitung / Definition:

 

 

 

In den letzten Jahrzehnten haben sich die gesellschaftlichen Verhältnisse insbesondere in den westlichen Industrienationen gravierend verändert. Traditionelle Familienstrukturen werden vielfach von neuen Modellen des Zusammenlebens abgelöst. Es gibt immer mehr alleinerziehende Eltern. Finanzielle Notwendigkeiten oder auch der Wunsch nach Selbstverwirklichung im Beruf führen dazu, dass zunehmend beide Elternteile berufstätig sind.

 

Für viele Eltern ist die ganztägige Betreuung und Versorgung der Kinder im Grundschulalter zu einem ernsthaften Problem geworden. Die Nachfrage nach schulischen Betreuungsmöglichkeiten auch am Nachmittag ist immens gestiegen.

 

2002 wurde aus diesen Gründen an der Grundschule Heilingbrunnerstraße in Bad Reichenhall die Mittagsbetreuung eingeführt. Diese wurde sehr gut angenommen und hat sich bis heute zu einer umfassenden und kompetenten Betreuungseinrichtung weiterentwickelt.

 

Im Schuljahr 2019/20 soll die Mittagsbetreuung nun durch das ganztägige Betreuungsangebot der offenen Ganztagsschule abgelöst und dadurch noch weiter optimiert werden.

 

Bei der Offenen Ganztagsschule handelt es sich um das Angebot einer kontinuierlichen Betreuung, Erziehung und Bildung schulpflichtiger Kinder. Sie erfüllt einen sozialpädagogischen Auftrag, der die Erziehung in der Familie ergänzt. Sie ist als freiwilliges, klassen- und jahrgangsübergreifendes Förder- und Betreuungsangebot im Anschluss an den Vormittagsunterricht angelegt, das Mittagsverpflegung, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitaktivitäten für die Schüler/innen bieten soll.

 

 

 

 

2. Leitgedanke:

 

 

Die Offene Ganztagsschule ist für die Kinder außerhalb des Unterrichts ein Lebens- und Erfahrungsraum, dem eine familien- und unterrichtsergänzende Aufgabe zuteilwird.

 

Durch die OGTS soll den Kindern ein strukturierter Alltag geboten werden, in dem sie Halt und Sicherheit in unserer schnelllebigen Zeit finden. Unser Ziel ist es, den Kindern mit der OGTS einen Ort zu bieten, an dem sie willkommen sind, an dem sie sich wohl- und geborgen fühlen, an dem sie ernst genommen werden und sich verstanden fühlen, an dem sie Vertrauen und Wertschätzung erfahren, an dem sie sich entfalten und in ihrer Persönlichkeit entwickeln können und an dem sie unterstützt und bestmöglich gefördert werden.

 

 

 

3. Zusammensetzung der Schülerschaft:

 

 

 

Ein Großteil unserer Schüler/innen stammt aus Familien, die besonderen Herausforderungen gegenüberstehen (alleinerziehend, beengter Wohnraum, Großfamilie, prekäre Einkommensverhältnisse, …) (soziale Wohnanlagen liegen innerhalb des Schulsprengels). Viele dieser Kinder brauchen deshalb individuelle Betreuung innerhalb der Gruppe, verlässliche Abläufe und Strukturen in einer wohnlichen Atmosphäre, Erfolgserlebnisse und das Gefühl, als ganze Person angenommen und gefördert zu werden.

 

 

Ca. 75% der Schüler/innen der OGTS stammen aus Familien mit Migrations-hintergrund (v. a. aus dem Kosovo, aus Bosnien, aus Russland, aus der Türkei, aus Rumänien etc.). In diesen Familien wird wenig bzw. gar kein Deutsch gesprochen. Die Deutschkenntnisse der Schüler/innen sind daher schlecht und bedürfen besonderer Förderung. Auch eine höhere Anzahl von Kindern von Asylbewerbern wird betreut, die erst allmählich beginnen Deutsch zu sprechen oder zum Teil traumatisiert sind.

 

 

 

4. Ziele der OGTS:

 

 

Die OGTS bietet umfassende Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsmöglich-keiten und versteht sich als pädagogische Einrichtung, in der dem Kind eine sinnvolle Freizeit- und Hausaufgabenbetreuung angeboten wird. Sie dient in besonderer Weise der ganzheitlichen Entwicklung der Schüler/innen.

 

 

  • Förderung sozialer Fähigkeiten:

 

Vermittlung von Werten, Schulung von  Rücksichtnahme und Verantwortung, Vermittlung von Strategien im Umgang mit Konflikten (Kinderkonferenzen, streitschlichtende Maßnahmen)

 

  • Förderung der Gruppenfähigkeit und des Gruppenbewusstseins:

 

Austausch in der Gruppe

 

  • Entwicklung zur selbstständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit:

 

Aufbau von Beziehungen, Entwicklung klassenübergreifender Freundschaften, Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen

 

und Erwachsenen, Förderung des persönlichen Engagements,

 

Partizipation an Entscheidungen, Durchsetzung eigener Bedürfnisse

 

  • Förderung der Gruppenfähigkeit und des Gruppenbewusstseins

 

  • Wissenskompetenz:

 

Entwicklung altersgerechter Lernstrategien, Anleitung zum eigenständigen Lernen

 

  • Förderung individueller Stärken
  • Entfaltung kreativer Fähigkeiten
  • Förderung der Gesundheit durch körperliche Bewegung drinnen und draußen

Förderung der interkulturellen Kompetenz:

 

Aufgeschlossenheit, Interesse an anderen Kulturen, gegenseitige Wertschätzung und Toleranz

 

 

 

5. Räumlichkeiten:

 

 

Derzeit stehen für die OGTS in den beiden Schulhäusern für das kommende Schuljahr folgende Räume zur Verfügung:

 

 
 

Schulgebäude Heilingbrunnerstraße:


 

 Der OGTS steht ein eigenes Stockwerk des Schulgebäudes zur Verfügung:

 

4 Gruppenräume, die als Hausaufgaben- und Spielzimmer genutzt werden.

 

1 Raum, der als Rückzugsraum oder für Projekte genutzt wird.

 

Küche mit Mensa (Platz für 40 Kinder)

 

Außerdem können weitere Räume und Schulbereiche nach Absprache mit der Schulleitung von der OGTS genutzt werden.

 

2 Klassenzimmer, die für Hausaufgaben genutzt werden können.

 

Werkraum für Projekte

 

Pausenhof mit Spielgeräten und Spielwiese

 

Turnhalle, die an 2 Nachmittagen genutzt werden kann.

 

Allwetterplatz, auf dem Fußball gespielt werden kann.

 

Aula

 

 

Im Schulgebäude der Heilingbrunnerstraße ist derzeit noch die Musikschule mit eigenen Räumen untergebracht. Die Stadt Bad Reichenhall plant die Musikschule kurzfristig in ein alternatives Gebäude umzusiedeln, um das Raumangebot für die OGTS zu verbessern.

 

Langfristig ist eine größere Umbau- und Erweiterungsmaßnahme des Schulgebäudes geplant, u.a. mit dem Ziel, Räumlichkeiten für OGTS und Unterricht besser zu verzahnen und Synergien zu nutzen.

 

Dies könnte die Voraussetzungen schaffen für die Einführung eines gebundenen Ganztagzuges.

 

 

 

Schulgebäude Karlstein:

 

Der OGTS stehen für die Kurzgruppen an diesem Standort folgende Räumlichkeiten zur Verfügung:

 

2 Räume im Anbau an das Schulgebäude (Schüler erreichen diesen Anbau innerhalb des Gebäudes und müssen das Gebäude nicht verlassen.)

 

Pausenhof mit Spielgeräten und Fußballplatz

 

Sporthalle

 

Werkraum

 

 

 

6. Betreuungszeiten:

 

 

 

Die Betreuung der Kinder findet in 2 Modellen statt:

 

 

Modell 1: Betreuung von 11:15 Uhr bis 14:00 Uhr

 

Modell 2: Betreuung von 11:15 Uhr bis 16:00 Uhr

 

Im Schulgebäude Karlstein kann nur das Betreuungsmodell 1 angeboten werden.

 

 

Am Freitag wird zwischen 11:15 Uhr und 14:00 Uhr in beiden Schulgebäuden eine zusätzliche, kostenpflichtige Betreuung (ohne Hausaufgaben und Mittag-essen) von der AWO (Kooperationspartner) angeboten.

 

 

 

7. Anmeldemodalitäten:

 

 

Die Anmeldung für die OGTS gilt jeweils für ein ganzes Schuljahr. Es besteht Anwesenheits- und Teilnahmepflicht über das gesamte Schuljahr hinweg, so dass der notwendige zeitliche Rahmen für eine strukturierte, qualitativ hochwertige,  pädagogische Ganztagsbetreuung mit Aktiv- und Erholungs-phasen gewährleistet werden kann. Die Wahl des jeweiligen Betreuungs-modells und die Anzahl der Betreuungstage (mindestens 2 Tage) werden bei Anmeldung bzw. Vertragsabschluss verbindlich festgelegt. Die Wochentage können von den Eltern zu Beginn des Schuljahres bei Bedarf noch getauscht werden.

 

Die Aufnahme  der Schüler/innen in der OGTS richtet sich in erster Linie nach dem vorhandenen Raumangebot. Ist die Nachfrage zu hoch und ist zu wenig Platz vorhanden, trifft der Träger im Einvernehmen mit der Schulleitung und der pädagogischen Leitung der OGTS die Entscheidung über die Aufnahme der Kinder. Kinder berufstätiger Eltern und Kinder mit Migrationshintergrund und dadurch bedingter schulischer Defizite werden vorrangig berücksichtigt.

 

In Schuljahr 2019/20 werden voraussichtlich – unter Vorbehalt – alle angemeldeten Kinder in der OGTS aufgenommen werden können.

 

Durch die geplante Erweiterung der Räumlichkeiten für die OGTS soll sicher gestellt werden, dass auch bei den zu erwartenden steigenden Schülerzahlen alle Aufnahmeanträge berücksichtigt werden können.

 

 

8. Anwesenheit in der OGTS:

 


 

·                    Die Anwesenheitspflicht beginnt unmittelbar nach Unterrichtsende.

 

·                    Jeder Schüler meldet sich persönlich bei der Ankunft in der OGTS beim

 

   Betreuungsteam an. (Kontrolle durch Anwesenheitslisten).

 

·                     Jeder Schüler meldet sich persönlich bei Verlassen der OGTS beim

 

Betreuungsteam ab.

 

 

·                    Befreiungen von der Teilnahmepflicht (z. B. vorzeitiges Abholen) oder eine Beendigung des Besuchs während des Schuljahres können nur in begründeten Ausnahmefällen aus zwingenden persönlichen Gründen gestattet werden und müssen von der Schulleitung genehmigt werden.

 

·                    Im Krankheitsfall muss morgens vor 8:00 Uhr telefonisch im Sekretariat Bescheid gegeben werden.

 

 

9. Aufsichtspflicht:

 

 

·                     Die Kinder werden in der OGTS ausschließlich während den Öffnungszeiten betreut und beaufsichtigt (siehe Betreuungsmodelle).

 

·                    Schulanfänger*innen werden in den ersten Wochen von den Betreuern am Klassenzimmer abgeholt. Alle anderen angemeldeten Kinder gehen selbstständig nach Unterrichtsende in die Räume der OGTS.

Die Aufsichtspflicht auf dem Weg zur und von der OGTS stehtausschließlich in der Verantwortung der Sorgeberechtigten.

 

 

10. Inhaltliche Struktur:

 

 

 

10.1 Mittagessen:

 

Die Teilnahme am gemeinschaftlichen Mittagessen ist für die Kinder der Kurzgruppe optional. Für die Kinder, die das Ganztagesangebot bis 16:00 Uhr nutzen, gehört es als fester Bestandteil zum Tagesablauf. Für sie wird täglich zwischen 12:00 und 14:00 Uhr in der Mensa der OGTS ein 3-gängiges, warmes Mittagessen angeboten.

 

 

Das Mittagessen wird von der Cateringfirma „apetito catering B.V & Co.KG“ frisch zubereitet und in strombetriebenen Wärmebehältern angeliefert.  Die Cateringfirma achtet bei der Erstellung des Speiseplans auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost im Sinne einer gesunden Ernährung. Als Getränk steht den Kindern jederzeit und in unbegrenzter Menge stilles Wasser zur Verfügung. Sie dürfen aber auch ihre eigenen mitgebrachten Getränke nutzen. Die Ausgabe des Essens erfolgt durch eine Küchenkraft und unter Mithilfe von Betreuern.

 

 

Die Kinder essen zusammen mit dem Betreuungspersonal in 3 Schichten, für die jeweils 40 Minuten eingeplant sind.

 

Die Essensgruppierung richtet sich nach dem jeweiligen Unterrichtsschluss der Klassen. In der Regel essen die 1. und 2. Klassen von 12:00/12:40 Uhr bis 12:40/13:20 Uhr und die 3. und 4. Klassen von 12:40/13:20 Uhr bis 13:20/14:00 Uhr.

 

 

 

Die Bestellung der Schülerverpflegung erfolgt jeweils morgens nach Abklärung der Absenzen telefonisch durch die Schule.

 

 

Das Essensgeld beträgt voraussichtlich 3,50 € pro Mahlzeit/Tag und wird monatlich rückwirkend von der AWO (Kooperationspartner) eingezogen.

 

 

Bei Bezug von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) oder Sozialhilfe können Essensbeiträge ganz oder teilweise übernommen werden. Anträge sind beim Jobcenter oder Landratsamt zu stellen.

 

 

Das gemeinsame Mittagessen soll neben der Nahrungsaufnahme Raum für Austausch und Essenskultur sein. Die Kinder können sich in einer gelösten Atmosphäre beim gemeinsamen Mittagessen nach einem anstrengenden Schulvormittag austauschen und unterhalten.

 

Während der Essenseinnahme wird großer Wert auf Umgangsformen und Tischregeln gelegt (z. B. angemessene Tischlautstärke, ordentlicher Umgang mit Geschirr und Besteck, Tischmanieren, Wertschätzung der Mahlzeiten).

 

Nach dem Mittagessen räumt jedes Kind sein Geschirr weg, ein Tischdienst kümmert sich um das Abwischen der Tische.

 

 

10.2 Hausaufgabenzeit:

 

 

Für die Kinder der Kurzgruppe wird keine Hausaufgabenzeit angeboten.

 

Für die Kinder, die bis 16:00 Uhr gemeldet sind, stellt sie einen wesentlichen  Bestandteil der Ganztagsbetreuung dar und findet in der Regel eine Zeitstunde lang zwischen 14:00 und 15:00 Uhr statt.

 

Die Erledigung der Hausaufgaben ist für alle Schüler*innen verpflichtend.

 

Die schriftlichen Hausaufgaben werden in kleineren, jahrgangskonformen Gruppen erledigt, die in ihrer Zusammenstellung während des ganzen Schul-jahres gleichbleibend sein sollen.

 

Das Betreuungspersonal sorgt bei den Hausaufgaben für eine angemessene und ruhige Atmosphäre, so dass ein effektives und konzentriertes Arbeiten möglich ist.

 

Die Schüler/innen sollen an ihren Hausaufgaben möglichst selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten. Das Betreuungspersonal gibt den Kindern jedoch Hilfestellung bei den Hausaufgaben und beantwortet Fragen, wenn dies not-wendig ist. Es fungiert allerdings nicht als Nachhilfe.

 

Falls die Kinder ihre Hausaufgaben in der vorgegebenen Zeit nicht vollständig erledigen können, müssen diese gegebenenfalls – je nach Absprache mit der Klassenlehrkraft - noch zuhause fertiggestellt werden.

 

Das Betreuungspersonal kontrolliert im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten die Hausaufgaben auf ihre Vollständigkeit und weist auf Fehler hin, die die Kinder eigenverantwortlich korrigieren können.

 

Die Verantwortung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und ordentliche Ausführung der Hausaufgaben liegt letztendlich jedoch bei den Eltern.

 

Mündliche Hausaufgaben, wie z. B. Lesen oder Auswendiglernen, sprengen den zeitlichen Rahmen der OGTS und müssen infolgedessen zuhause gemacht werden. Es bleibt weiterhin Aufgabe der Eltern trotz der Hausaufgaben-betreuung den Einblick in den Lernfortschritt ihres Kindes nicht zu verlieren und sich über den Lernstand ihres Kindes regelmäßig zu informieren.

 

Ergänzend steht den Kindern während der Hausaufgabenzeit genügend Lern- und Übungsmaterial zur Verfügung, so dass sie ihr Wissen wiederholen bzw. Fertigkeiten vertiefen können.

 

Für Kinder, die erhebliche Probleme im schulischen Leistungsbereich haben, wird jeweils eine Intensivierungsgruppe 1./2. und 3./4. Jahrgangsstufe für die Hausaufgaben angeboten, die von Fachpersonal betreut wird (individuelle Differenzierung, Sprachförderung etc.).

 

 

10.3 Freizeitgestaltung:

 

 

Die Freizeitgestaltung ist ein grundlegendes Merkmal der OGTS. Je mehr Zeit Kinder an der Schule verbringen, umso mehr muss ihrem Freizeitbedürfnis Rechnung getragen werden. Nach einem langen und teilweise anstrengenden Schulvormittag sollen die Kinder die Möglichkeit haben, einen Ausgleich dazu zu finden.

 

 

        10.3.1 Ungebundene Freizeit:

 

 

 

Für die Entwicklung von Kindern ist es wichtig, frei und selbstbestimmt außerhalb eines strikten Terminkalenders ihrem Kommunikationsbedarf und dem kindlichen Spiel nachgehen zu dürfen.

 

 

Das tägliche Freizeitangebot bietet dafür abwechslungsreiche, altersgemäße Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Kinder können in der Zeit, die ihnen zur „freien“ Verfügung steht (ungebundene Freizeit), ihren Interessen und Bedürfnissen nachgehen.

 

 

Die Kinder können selbst entscheiden, ob sie Entspannung und Erholung oder Bewegung und Aktivität brauchen, ob sie mit anderen Kindern kommunizieren oder sich zurückziehen und eher alleine beschäftigen wollen. Sie können wählen, wie sie ihre Freizeit gestalten wollen:

 

  • Malen und Basteln
  • Bauen und Konstruieren
  • Karten- und Brettspiele / Puzzeln
  • Lesen / Hörspiele hören
  • Bewegungsspiele auf dem Pausenhof

 

    (z. B. Seilspringen/Fußballspielen/Pausenhofspiele etc.)

 

  • Gemeinsames Spielen z. B. in der Spielküche, mit der Ritterburg, mit dem Reiterhof, mit Autos, mit dem Puppenhaus

 

Das Betreuungsteam sorgt für die entsprechenden Rahmenbedingungen. Verbindliche Gruppenregeln werden für alle Kinder erarbeitet. Diese sollen den Kindern helfen, sich zu orientieren, ihre individuellen Möglichkeiten zu entdecken und das soziale Miteinander zu üben. Das Team fordert konsequent die Einhaltung dieser Regeln ein. Das Betreuungspersonal beobachtet das Spiel der Kinder, gibt Anregungen, greift ein, wenn es erforderlich ist oder die Kinder darum bitten, und lässt sich auch einbeziehen.

 

 

        10.3.2  Kursangebote/AGs:

 

 

Ergänzende Kursangebote oder umfassendere Projekte werden in jahrgangs-übergreifender Form angeboten. Sie orientieren sich an der Entwicklung und den Interessen der Kinder und greifen gestalterisch-kreative, musische, sportliche und freizeitpädagogische Themen auf. Diese vorgegebenen und  gebundenen Freizeitangebote werden in der Regel für einen längeren, jedoch überschaubaren Zeitraum angeboten und sind bei Anmeldung der Kinder für diese verpflichtend. Sie finden vorzugsweise in der freien Zeit zwischen 15:00 und 16:00 Uhr statt und werden teilweise von externen, qualifizierten Partnern durchgeführt. Eine Zusammenarbeit mit der örtlichen Musikschule und dem Turn- und Sportverein der Stadt Bad Reichenhall ist in Planung

 

 

Gestalterisch-kreative Kurse/Projekte:

 

Schulgarten (Pflanzen/Pflegen/Ernten/Verarbeiten)

 

Back- und Kochkurs

 

Gesunde Getränke herstellen

 

Werken mit verschiedenen Materialien (Holz/Stein)

 

Töpfern

 

Instrumente bauen

 

Jahreszeitliche Projekte (Weihnachten, Ostern etc.)

 

 

 

Musische Kurse/Projekte:

 

Trommeln

 

Theaterspielen

 

Kinderchor

 

Leseclub

 

Phantasiereisen

 

 

 

Sportliche Kurse/Projekte:

 

Tanzkurs (Tänze verschiedener Länder einstudieren)

 

Hip-Hop

 

Klettern/Bouldern

 

Walkinggruppe

 

Kinderyoga

 

Selbstverteidigung

 

 

 

11. Zusammenarbeit und Kooperation:

 

 

11.1. Zusammenarbeit mit der Schule:

 

 

Die OGTS ist ein freiwilliges schulisches Angebot und untersteht damit der Schulleitung.

 

Im Gebäude der OGTS gilt die Schulhausordnung. Auf einen sorgfältigen Umgang mit dem Eigentum der Schule und OGTS wird geachtet.

 

Der enge Austausch von Schule und OGTS ist ein wichtiger Grundsatz.

 

Eine ständige Kommunikation zwischen Schule und den Mitarbeiter/innen der OGTS ist unerlässlich. Um die Kinder bestmöglich zu betreuen, ist ein steter Austausch mit den Lehrkräften der Schule unabdingbar.

 

Die pädagogische Leitung der OGTS ist in erster Linie das Bindeglied zwischen Schule und OGTS. Sie setzt sich regelmäßig mit der Schulleitung zusammen, um Termine und organisatorische Aspekte zu klären. Darüber hinaus nimmt sie an Lehrerkonferenzen teil. Es findet ebenso ein kontinuierlicher Austausch zwischen dem Betreuungspersonal und den einzelnen Lehrkräften statt, um die Kinder in jeder Hinsicht bestmöglich in ihrer Entwicklung unterstützen zu können. Hier geht es auch darum Reflexionsgespräche über erlebte Situationen mit Schüler/innen zu führen, Kindesbeobachtungen auszu-tauschen und Absprachen bzgl. der pädagogischen Arbeit zu treffen.

 

Nach Bedarf nehmen die Mitarbeiter/innen auch an Elterngesprächen, Elternabenden und anderen wichtigen Terminen teil.

 

 

11.2. Zusammenarbeit mit den Eltern:

 

 

 

Ein wichtiger Punkt ist die gelebte Elternarbeit.

 

In den „Tür- und Angelgesprächen“ können kurzfristig aktuelle Geschehnisse besprochen werden.

 

Bei Erziehungsfragen oder Problemen, die diesen zeitlichen Rahmen sprengen, finden Elterngespräche nach Terminvereinbarung statt. Die Eltern werden zuverlässig kontaktiert, falls bei ihrem Kind Auffälligkeiten im Lern- oder Sozialverhalten auftreten.

 

Es soll eine Basis zwischen den Eltern und Mitarbeiter*innen der OGTS ge-schaffen werden, die gekennzeichnet ist von gegenseitiger Wertschätzung, Akzeptanz und Vertrauen.

 

Die gegenseitigen Erwartungen und Anforderungen an das Kind sollen zwischen Eltern und Betreuern bekannt und abgesprochen sein. Eltern sollen sich in ihren Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen verstanden und gut aufgehoben wissen.

 

Die Einbeziehung der Eltern in die Arbeit der OGTS kann auch über die Kooperation mit dem Elternbeirat der Schule erfolgen.

 

 

11.3. Zusammenarbeit im Team:

 

 

Ziel ist es, einen guten kooperativen und respektvollen Umgang im Team zu pflegen. Die Befindlichkeit im Team wird regelmäßig thematisiert, um Transparenz, Effektivität und Zufriedenheit zu erhalten. Einmal im Monat und bei Bedarf auch zwischenzeitlich findet eine Teamsitzung unter der pädagogischen Leitung der OGTS statt. Zur Qualitätssicherung sollen die Mitarbeiter/innen auch an Fortbildungen teilnehmen, deren Inhalte mit dem gesamten Team kommuniziert werden.

 

Gegebenenfalls kann zu einer Teamsitzung auch die Schulleitung oder das Kollegium eingeladen werden.

 

 

11.4. Jugendsozialarbeit:

 

 

Die Grundschule Heilingbrunnerstraße verfügt über eine Jugendsozial-arbeiterin.  Auf die Zusammenarbeit mit ihr wird sehr großen Wert gelegt.

 

Sie kann bei Auffälligkeiten im Verhalten von Kindern kontaktiert werden. Gemeinsam mit der Jugendsozialarbeiterin, der Schule und dem Betreuungsteam kann so lösungsorientiert und pädagogisch sinnvoll zusammengearbeitet werden.

 

Es wird beantragt, Bereitschaftszeit der KoJas-Mitarbeiterin auch für den Nachmittag/OGTS zu bekommen.

 

 

11.5. Kooperation mit externen Partnern:

 

Außerschulische Partner mit besonderen Qualifikationen werden zur Gestaltung der Freizeitangebote (Kurse/AGs) hinzugezogen.

 

Dies kann beispielsweise die Musikschule oder ein Übungsleiter sein.

 

 

11.6. Zusammenarbeit mit der Kommune:

 

 

Als Sachaufwandsträger ist die Stadt Bad Reichenhall ein wichtiger Partner der Grundschulen Heilingbrunnerstraße und Karlstein und der OGTS. Sie unterstützt diese bei der Bereitstellung, Ausstattung und Unterhalt geeigneter Räumlichkeiten und der Durchführung der Schülerbeförderung.

 

 

11.7. Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner:

 

Kooperationspartner ist die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Berchtesgadener Land e. V., Wisbacher Straße 14, 83451 Piding, vertreten durch ihren Vorsitzenden, Herrn Johann Schubert. Die AWO stellt das Personal der

 

OGTS ein und ist in vielen Verwaltungsangelegenheiten wie z. B. Essens-abrechnungen, Organisation von Freizeitangeboten und zusätzlichem Betreuungsangebot am Freitag ein essentieller Kooperationspartner.

 

 

12. Personalausstattung / Finanzierung:

 

 

Die Leiterin der OGTS, Frau Beate Kickner, absolviert derzeit die berufs-begleitende Ausbildung zur Koordinatorin der OGTS. Sie wird durch weitere pädagogische Fachkräfte bzw. pädagogisch geschulte Zusatzkräfte unterstützt.

 

Die Personalausstattung wird entsprechend der Zahl der beantragten bzw. genehmigten Gruppen angepasst. Für jede Gruppe soll ein Stammbetreuer (und wenn möglich eine Hilfskraft) zur Verfügung stehen. Die Teamleitung koordiniert die Zusammenarbeit mit Lehrkräften und der Elternschaft und ist für die pädagogische und konzeptionelle Arbeit der OGTS in enger Zusammen-arbeit mit der Schulleitung verantwortlich. Sie arbeitet darüber hinaus aktiv in den Gruppen mit.

 

 

Die Teilnahme an der OGTS ist für alle Schüler/innen kostenfrei, da Förder-mittel vom Freistaat Bayern für den Personalaufwand zur Verfügung gestellt werden.

 

Elternbeiträge werden nur für Betreuungszeiten außerhalb der OGTS

 

(z. B. Zusatzangebot der Betreuung am Freitag) erhoben.

 

Essensgelder sind grundsätzlich von den Eltern zu tragen.